Hitzeschlag bei deinem Hund - Überhitzung
02-08-2022 10:00:00
Wusstest du, dass ganze 50–60 Prozent der Hunde mit einem Hitzschlag versterben? Ein Hitzschlag kann zu dauerhaften Hirnschäden führen. Doch wann tritt er auf? Und welche Symptome zeigt ein überhitzter Hund? In diesem Artikel erfährst du alles wat wichtig ist.
Überhitzung entsteht, wenn der Hund – aus welchem Grund auch immer – nicht mehr in der Lage ist, seine Körpertemperatur innerhalb des normalen Bereichs zu halten. Du kannst eine Überhitzung an verschiedenen Symptomen erkennen. Diese sind unten beschrieben.
Symptome
- Der Hund zeigt Erschöpfungserscheinungen und möchte nicht mehr fressen oder trinken.
- Der Hund hat eine Körpertemperatur von über 40,5 Grad Celsius.
- Die Temperatur deines Hundes kannst du mit einem normalen Thermometer aus der Drogerie messen. Gib einen Tropfen Speiseöl auf das Thermometer, bevor du es in den After einführst – das fühlt sich für den Hund angenehmer an. Die normale Körpertemperatur des Hundes liegt zwischen 38,0 und 39,0 Grad Celsius.
- Der Hund hechelt ununterbrochen.
- Der Hund hat einen schnellen Herzschlag.
- Klebrig-trockene Maulschleimhäute.
- Durch das Hecheln sorgt der Hund dafür, dass Luft mit hoher Geschwindigkeit an den feuchten Schleimhäuten des Mauls vorbeiströmt. Durch die Verdunstung dieses Feuchtigkeitsfilms verliert der Hund einen großen Teil seiner Körperwärme.
- Zudem kann der Hund einen schwankenden, taumelnden Gang zeigen, Krampfanfälle bekommen oder plötzlich blind wirken.
Wie kann man dem Hund helfen, eine Überhitzung zu vermeiden?
- Lass deinen Hund an warmen Tagen niemals im Auto, Wohnwagen oder Zelt zurück – auch nicht mit einem geöffneten Fenster!

- Ein schlanker Hund mit guter Kondition hat deutlich weniger Probleme als ein übergewichtiger Hund mit wenig Ausdauer.
- Gehe an warmen Tagen nicht zu lange spazieren und wähle möglichst die kühleren Tageszeiten.
- Sorge dafür, dass dein Hund immer Zugang zu einem gut belüfteten Schattenplatz hat.
- Stelle stets genügend frisches Trinkwasser zur Verfügung.
- Lass deinen Hund schwimmen.
Achte jedoch darauf, dass der Hund beim Schwimmen nicht zu viel Wasser schluckt, da dies Risiken mit sich bringt (Wasservergiftung bzw. übermäßige Wasseraufnahme durch den Körper).
Die Körpertemperatur deines Hundes liegt über 41,0 Grad Celsius. SOFORT KÜHLEN
- Kühle deinen Hund mit Wasser (nicht eiskalt), indem du es über die Leisten, den Bauch, die Achseln und die Ohren gießt. Reibe das Wasser gut in das Fell ein, damit es auch wirklich die Haut erreicht.
- Mach ein Laken oder ein Handtuch nass und lege es über den Hund.
- Ein Bad in Eiswasser? AUF KEINEN FALL! Das ist für deinen Hund äußerst schmerzhaft und hat nicht den gewünschten Effekt. Durch die extreme Kälte ziehen sich die Blutgefäße in der Haut zusammen. Dadurch wird die Haut schlechter durchblutet und der Hund kann seine Wärme nicht mehr richtig abgeben.
- Kühlen mit Alkohol über 70 Prozent wirkt noch schneller, allerdings lässt der Effekt auch schneller nach, weil Alkohol rascher verdunstet. Du kannst Alkohol auf Achseln, Leisten und Pfotenballen sprühen (Stellen, an denen das Fell dünner ist).
- Wenn möglich, stelle einen Ventilator zum Hund oder benutze einen Föhn auf der Kaltstufe.
- Möchte dein Hund trinken, darfst du ihm kleine Mengen kühles Wasser geben. Um Verluste auszugleichen, kann ein wenig Speisesalz hinzugefügt werden
.
- Das Tier nur einmal nass zu machen und es dann liegen zu lassen, ist nicht sinnvoll, da die Verdunstung so kaum stattfindet. Denk an die Situation, wenn du selbst gerade aus dem Wasser kommst: Bei Wind wird dir viel schneller kalt als bei Windstille! Deinen Hund durchgehend mit fließendem kühlem Wasser aus dem Gartenschlauch oder mit nassen Tüchern zu kühlen, sorgt für eine konstante Verdunstungskälte.
- Achte auf Unterkühlung. Sobald die Temperatur deines Hundes auf etwa 39,7 Grad Celsius gesunken ist, beende das aktive Kühlen. Beobachte die Temperatur trotzdem weiter und kontrolliere sie in den nächsten Stunden alle 30 Minuten.
- Wenn du denkst, dass dein Hund einen Hitzschlag hat, nimm immer Kontakt mit deinem Tierarzt auf.
Katzen, Kaninchen, Nagetiere …
Wie sieht es bei anderen Tieren und großer Hitze aus? Grundsätzlich gilt: Sorge für schattige Plätze, ausreichend frisches Wasser und eine saubere Umgebung. Gemeinsam spielen oder Sport machen? Nicht in der heißesten Zeit des Tages und nicht zu lange.
Katzen suchen sich oft von selbst einen kühlen Platz. Sorge dennoch für schattige Rückzugsorte und genügend Wasser. Genau wie Hunde können auch Katzen einen Sonnenbrand bekommen. Katzen mit dünnem oder überwiegend weißem Fell haben ein besonders hohes Risiko.
Kaninchen vertragen Hitze sehr schlecht. Achte darauf, dass der Stall nicht in der Sonne steht und halte ihn gut sauber. Kontrolliere regelmäßig das Fell. Bei heißem Wetter besteht ein erhöhtes Risiko für Fliegenbefall, da Fliegen Eier im Fell ablegen können, was zu Madenbefall führt. Auch Nagetiere wie Meerschweinchen und Hamster können stark unter der Hitze leiden.
Tipp: Mach dir dein eigenes Kühlelement. Fülle eine Plastikflasche mit Wasser und friere sie ein. Lege die gefrorene Flasche in den Stall oder in den Käfig des Tieres.