Treibball Unterrichtsplan
Lehrplan für Treibball für Anfänger
Nachdem ich zwei Grundkurse für Treibball unterrichtet habe, habe ich einen übersichtlichen Lehrplan erstellt, mit dem du als Ausbilder zehn Lektionen (etwas mehr oder weniger ist natürlich möglich) für Treibballanfänger absolvieren kannst. Viel Spaß beim Unterrichten!
Im Grundkurs stehen eigentlich vier Dinge im Mittelpunkt:
* Das ‘out’ lehren (den Hund dazu bringen, sich hinter den Ball zu setzen).
* Das ‘push’ lehren (den Hund dazu bringen, den Ball zu schieben).
* Lernen, auf Distanz zu arbeiten (‘vorwärts’ mit ‘links’ und ‘rechts’).
* Spaß haben und (gemeinsam) mit so vielen lustigen Variationen wie möglich arbeiten.
Lektion 1
Einführung
- Einführungsrunde der Schüler: Wer bist du, erzähl uns von deinem Hund, warum treibball? Stell dich auch als Ausbilder vor!
- Kurze Erklärung der Sportart: die Bedeutung von Ballkontrolle und Kooperation, die Arbeit mit één, drei, sechs und schließlich acht Bällen. Was das (letzte) Bild für den Hund sein soll: den Ball gegen die Beine des Besitzers bringen = Belohnung.
- Lasse deine Azubis wählen, welche Wörter sie für ‘out’ und ‘push’ én für ihre stimmliche Belohnung verwenden wollen (ein festes Markerwort wie z.B. ‘gut so’, um dem Hund zu zeigen, dass dies die Aktion ist, die du gerne sehen möchtest, eventuell ergänzt durch z.B. ‘super’ für eine Spitzenleistung).
Zur Arbeit
- Beginne mit dem Lehren von ‘out’: lass den Hund ‘auf zwölf Uhr’ hinter dem Ball (oder der Spielfigur: nützlich, wenn der Hund den Ball zu sehr liebt und ihn ständig schieben will) sitzen, bringe dich mit einem Kibble in Position, belohne immer hinter dem Ball, indem du dem Hund das Futter über den Ball gibst. So lernt der Hund, hinter dem Ball zu bleiben.
- Beginne damit, dem Hund das ‘Schieben’ beizubringen: Gib das Futter erst fast und dann ganz unter den Ball, so dass der Hund den Ball mit dem Kopf wegschieben muss, um das Leckerli zu erreichen. Zeige dem Hund mit einem ‘search’ auf das Leckerli, sage ‘push’ in dem Moment, in dem der Hund den Ball wegschiebt.
(Nach)sprechen
- Erkläre, wie wichtig es ist, den richtigen Zeitpunkt für die Belohnung mit deiner Stimme zu finden: Sage ‘Drück, gut gemacht! ’ in dem Moment, in dem der Hund das tut, was er tun soll, nämlich wenn er den Ball mit dem Kopf berührt, und nicht, wenn er das Futter gefunden hat!
- Respekt vor dem Ball ist wichtig: Benutze keine Zähne, jage nicht, lass ihn nicht allein mit dem Ball spielen! Der Ball ist nur in Verbindung mit dem Besitzer interessant.
- Hausaufgaben für die nächsten Wochen: Nicht jeder hat einen Ball zu Hause, aber erzähle und zeige, dass man auch ‘aus’ mit einem Pflaster oder im Grunde jedem anderen Gegenstand (vom Stuhl bis zum Staubsauger) üben kann, und ‘schiebe’ auch mit einem Fuß oder Strandball, wenn gewünscht.

Lesson 2
Einführung
- Eine kurze Auffrischung nach der ersten Lektion. Hast du noch Fragen? Hast du schon zu Hause geübt? Wenn ja, wie ist es gelaufen?
- Neu in dieser Lektion ist, dass wir mit dem Vorwärtsrichten beginnen. Bald wird der Hund in der Lage sein müssen, sich ein ganzes Stück vom Auszubildenden zu entfernen, um einen Ball zu holen! Auf dem Feld, nicht um damit zu arbeiten, sondern nur zur Information, nimm drei Spielfiguren und drei Bälle, um zu zeigen, wie weit du den Hund schicken können musst: Auf der ersten Stufe liegt der Ball bei 5 Metern, auf der zweiten Stufe (drei Bälle) bei 15 Metern und auf der dritten und vierten Stufe (sechs und acht Bälle) bei 20 Metern: So bekommen die Auszubildenden eine kleine Vorstellung davon, worauf sie hinarbeiten werden.
-

Auf der Arbeit
- ‘Out’ Praxis: Schau, ob und wie es den Auszubildenden geht, haben alle die 12-Uhr-Position verstanden? Achte darauf, dass die Auszubildenden auf den Ball schauen, nicht auf den Hund!
- ‘Schieben’ üben: Schau, bei wem das Knabberzeug unter dem Ball bereits reduziert werden kann. Je früher du damit aufhören kannst, etwas unter den Ball zu legen, desto besser. So verhinderst du, dass der Hund sich darin verrennt, unter dem Ball zu suchen, anstatt gegen ihn zu drücken. Beobachte also, ob der Hund auch dann schiebt, wenn sich kein Kibble unter dem Ball befindet, oder ob du nur so tust, als würdest du ein Kibble unter den Ball legen. Hinweis: Wenn sich nichts unter dem Ball befindet, sagst du nicht mehr ‘suchen’ (schließlich gibt es nichts mehr zu finden), sondern nur noch ‘schieben’.
- Neu: Vorwärtssteuerung. Zuerst ohne Ball, nur mit einer Vorwärtslenkungsstange: Gehe mit dem Hund zur Stange, lege etwas Schönes darauf, das der Hund abfressen kann, dann lege etwas Schönes dorthin, wo der Hund es nicht erreichen kann, gehe ein bisschen weg (schaue, was funktioniert: manchmal fängst du bei einem Meter an, manchmal kannst du schon einen etwas größeren Abstand nehmen), richte den Hund auf die Stange aus/bringe ihn dazu, die Stange anzuschauen und schicke ihn dann mit einem ‘vóóFenster’ dorthin. Gehe hinter dem Hund her und lege wieder etwas auf den Pfosten, das er abfressen kann, damit er lernt, dass er am Pfosten warten soll. Klappt das gut? Wiederhole die Übung noch einmal. Je mehr und je leckerer das Leckerli, desto schneller und eifriger wird der Hund vorwärts kommen wollen!
(Nach)sprechen
- Erkläre, wie wichtig es ist, dem Hund Zeit zu geben, selbst zu denken. Also nach z.B. ‘raus’ nicht sofort rufen und noch dreimal ‘raus’ gestikulieren, sondern dem Hund, wenn er die Bewegung und die Bedeutung des Kommandos kennt, etwas Zeit geben, selbst zu denken und selbst herauszufinden, was wieder gemeint ist. Zähle dabei 30 bis 45 Sekunden herunter: Solange der Hund noch auf sein Herrchen und den Ball achtet, denkt er nach! Wir sind oft zu schnell, um zu helfen. Schau, ob der Groschen fällt. Wenn der Hund es wirklich nicht versteht/ nicht macht, dann wél natürlich sofort én gut helfen.
- Großer Fallstrick beim Treibball ist, dass die Trainierenden dazu neigen, zu lange zu üben: Ohne dass man es in der Regel merkt, werden Übungen wie ‘raus’ und ‘schieben’ oft dutzende Male wiederholt. Das kann dazu führen, dass der Hund das Interesse und die Motivation verliert. Erkläre, dass drei- bis fünfmal ein gutes "Aus" und drei- bis fünfmal ein ordentliches "Anschieben" mehr als genug sind. Gut ist gut, und getan ist getan! Versuche es nicht heimlich noch einmal! Dann geht meistens alles schief und du beendest die Trainingseinheit mit einem negativen und vor allem unzufriedenen Gefühl.
Lesson 3
Zur Arbeit
- Baue eine ‘Schiebestraße’ mit zwei Reihen von Spielfiguren, Zäunen oder länglichen Cavaletti’s, damit der Hund Hilfe bekommt, den Ball in einer geraden Linie zu schieben. Schafft es der Hund, statt nur einmal zu schieben, zwei oder sogar dreimal zu schieben?

- Vorwärts: Wiederhole die Übung aus der vorherigen Lektion und vergrößere langsam den Abstand zur Stange.
- ‘Out’ üben: Lass die Auszubildenden überprüfen, ob ihr Hund die Zwölf-Uhr-Position richtig verstanden hat: Wenn der Hundeführer eine Vierteldrehung macht, macht der Hund automatisch eine Vierteldrehung mit ihm und bringt ihn zurück auf zwölf Uhr? Super! Übe dies zuerst mit einer (großen) Spielfigur und dann mit dem Ball. Bringe den Auszubildenden bei, ihren Körper/ihre Schultern zu benutzen, um den Hund zu lenken, und lehre sie, auf die Stelle zu schauen, an der sie den Hund haben wollen: Schaue also nicht auf den Hund, sondern (auf die Stelle hinter) dem Ball.
- Neu: die ‘Halt, Polizei! ’-Geste, oder ein Zeichen mit deinem Arm (hoch erhoben mit offener Handfläche nach vorne), um den Hund zum Sitzen zu bringen. Später in der Ferne, jetzt erst einmal nur in der Nähe an der Leine. Lass die Menschen mit einer eindeutigen Geste das Polizei-Stopp-Zeichen machen und schau, was passiert: Die Chancen stehen gut, dass sich der Hund von selbst hinsetzt. Belohne dich! Übe das ein paar Mal.
(Nach)reden
- Betone die Bedeutung von klaren Signalen. Je klarer (und ruhiger) der Auszubildende in seiner (Körper-)Sprache ist, desto besser versteht der Hund, was die Absicht ist!
Wie lange dauert eine Unterrichtsstunde?
Du wirst bei treibball feststellen, dass eine Unterrichtsstunde von bis zu einer Dreiviertelstunde oft mehr als genug ist und die Hunde nach ein wenig Übung bald alle ‘up’ sind. Erkläre deinen Schülern, dass eine Unterrichtsstunde nur so lange dauert, wie ihre Hunde sie bewältigen können. Manchmal seid ihr schon nach 15 Minuten gutem Training fertig! In diesem Fall gehst du einfach und machst etwas anderes.
Lektion 4
Zur Arbeit
- Kurz die ‘Halt, Polizei!’-Sitz-Geste von letzter Woche üben.
- Vorwärtsgehen: soweit es die Auszubildenden beherrschen, zuerst nur mit der Stange, dann wieder als neue Situation, aber dann mit einem (kleinen) Treibball direkt vor der Stange.
- ‘Halt, Polizei! ’und Vorwärtslenken gekoppelt: Lass den Auszubildenden den Hund nun aus einer kleinen Entfernung zum Ball mit der Vorwärtslenkstange dahinter dirigieren und lass ihn, wenn der Hund hinter dem Ball an der Stange ist, die ‘Halt, Polizei! ’-Geste machen. Setzt sich der Hund darauf? Super! Gehe sofort zu dem Hund und belohne ihn!
- Schiebeübungen in der Gasse.
- Neu: Dem Hund beibringen, nach links und rechts zu lenken. Du kannst ganz einfach damit anfangen, indem du den Auszubildenden eine Handvoll Leckerlis aufheben lässt und dann nacheinander ein Leckerli nach links und dann ein Leckerli nach rechts wirfst, dem der Hund hinterherlaufen darf, um es zu fressen. Wenn der Hund das ein paar Mal gemacht hat, können die Kommandos’s hinzugefügt werden, sobald der Meister wirft: ‘links!’ und ‘rechts!’.
- Ist diese Steuerung schon ein bisschen weit? Dann stelle zwei große Spielfiguren auf. Lass den Azubi den Hund aus einer kurzen Entfernung zum linken Bauern ‘hinaus’ lenken. Lass den Azubi einen Schritt oder ein paar Schritte nach rechts machen, je nachdem, was nötig ist, um den Hund in Bewegung zu bringen, und schau, ob er den Hund mit einem ‘rechts raus’ und einem klaren Armsignal dazu bringen kann, sich hinter den rechten Bauern zu setzen. Belohne ihn sofort, wenn es gut läuft! Sieh nach, ob der Hund vom rechten Pfand aus "links raus" will. Achte darauf, dass der Auszubildende in dieser Phase alle Schritte belohnt. Viele Menschen neigen dazu, gleich eine Reihe von rechts-links-rechts-links-rechts hintereinander machen zu wollen, und dann geht es oft schief.
Achte auf klare Armsignale deines Schülers: Arm ganz zur Seite. Viele Menschen zeigen auf die entsprechende Spielfigur oder den Ball, wenn sie nach links und rechts lenken und halten dabei den Arm nach vorne statt zur Seite. Für den Hund ist dieses Kommando nicht gut sichtbar. Zeig also nicht auf etwas, sondern mach wirklich eine große Geste, in Kombination mit deiner Stimme.
Ist rechts jetzt links oder…
Wenn du den Hund mit deinem rechten Arm hinter die Spielfigur vor dir schickst, ist das für den Hund eigentlich links statt rechts, oder? In der Tat, aber für viele Auszubildende ist es schwierig, diese ‘Übersetzung’ zu ändern. Vielleicht denkst du einfach nicht zu viel darüber nach, was links und rechts ist. In der Praxis zeigt sich, dass der Hund hauptsächlich auf die Armrichtung achtet, egal was du sagst.
>
Lesson 5
Einführung
- Vergiss nicht, ab und zu zu überprüfen, wie die Auszubildenden die vorherige(n) Lektion(en) erlebt haben. Was finden sie schwierig, was machen sie gut? Dann kannst du die Lektion entsprechend anpassen.
Auf der Arbeit
- Vorwärts in Kombination mit einem ‘vóóFenster, aus!’ und später einer klaren ‘Halt, Polizei!’Geste: zuerst mit einem Ball vor der Stange und dann ohne Stange dahinter. In dieser letzten Phase solltest du versuchen, die Stange zu entfernen, ohne dass der Auszubildende sie sieht. Er wird sich dann selbstbewusst trauen, den Hund über eine große Distanz loszuschicken, in der Annahme, dass du etwas Schönes auf die Stange gelegt hast (du hast die Stange aber heimlich hinter deinen Rücken gelegt). Sag dem Azubi, dass er mit seiner Geste und Stimme ein klares "Sitz" geben soll, sobald der Hund hinter dem Ball ist. Wenn der Azubi dann merkt, dass er den Hund auch ohne Stange über eine längere Strecke dazu bringen kann, hinter dem Ball zu sitzen, sorgt das für einen zusätzlichen ‘wow’-Effekt. Lass den Azubi fröhlich und schnell auf den Hund zugehen, um ihn hinter dem Ball zu belohnen.
- ‘Out’mit links und rechts lenken üben: erst mit zwei Spielfiguren, dann mit zwei Bällen.
- Platziere einen Ball mit einer oder zwei Spielfiguren dahinter. Lass den Schüler den Hund ‘hinaus’ schicken. Setzt sich der Hund hinter die (zweite) Spielfigur? Dann hat er verstanden, dass er für ‘out’ immer nach dem hinteren Punkt suchen soll!

- Übung ‘schieben’;: zuerst durch eine extralange Gasse, und dann schau, was passiert, wenn der Hund den Ball über eine kleine Distanz ‘locker’ schiebt. Fängt er schon an, ein bisschen zu lenken? Bringe dem Lernenden bei, nach jedem Schubser mit der Stimme Feedback zu geben (‘Schubser, gut gemacht! ’), aber erst nach ein paar Schubser mit Futter zu belohnen.
- Neu: Das Werfen und Fangen von Bällen lehren. Wenn du über den Ball belohnst, siehst du, dass der Hund, wenn er dabei das Futter aus der Hand des Auszubildenden bekommt, oft am Ball vorbeiläuft und zu seinem Herrchen geht, um dort die Belohnung zu bekommen. Wir möchten jedoch, dass der Hund hinter dem Ball bleibt. Das kann man erreichen, indem man dem Auszubildenden beibringt, das Trockenfutter so zu werfen, dass es óf direkt im Maul des Hundes landet (fangen), óf ein paar Meter hinter dem Hund landet. Das Werfen von Trockenfutter kann auch ohne den Hund geübt werden: Stelle jeden Auszubildenden in einem bestimmten Abstand vor eine Spielfigur und gib ihm die Anweisung, das Futter óf genau ein oder zwei Meter hinter die Spielfigur zu werfen. Ziemlich schwierig! Beachte: Es ist wichtig, gut werfen zu können, damit der Hund keine seltsamen Drehungen mit seinem Körper machen muss, um das Leckerli zu bekommen. Das Fangen von Leckerlis kann zuerst mit dem Hund an der Leine und dann ohne Leine geübt werden.
(Nach)reden
- Erkläre, wie wichtig es ist, deinen Standard zu erhöhen. Belohne nur noch für wirklich saubere Ausgänge und für mehrfaches Drängeln. Hat der Hund wirklich eine Zeit lang den Verstand verloren? Dann geh natürlich wieder zu den Grundlagen zurück und belohne für jeden guten Versuch bei der geforderten Sache. Erkläre deinen Schülern, dass es immer darum geht, ein Gleichgewicht zu finden: Manchmal will der Hund nicht raus und schiebt einfach, im nächsten Moment hat er vielleicht den Schub verloren. Das ist Teil des Spiels! Je schneller und überschwänglicher der Meister belohnt, desto mehr wird der Hund das Spiel (weiterhin) mögen!
Lesson 6
Zur Arbeit
- Vorwärts lenken: Schaffst du es schon, eine ordentliche Strecke von zehn oder 15 Metern zurückzulegen?
- ‘Schieben’ wiederholen: Anstatt durch eine Gasse zu laufen, schaue, ob du den Ball stattdessen entlang einer ‘Schiene’ laufen kannst. Du kannst diese Schienen zum Beispiel aus zwei Reihen von PVC-Rohren, die Rücken an Rücken gelegt werden, aus Latten von Hochsprunganlagen, runden Holzstangen oder den langen, runden Balken, die im Pferdesport verwendet werden, herstellen.
- Arbeite an einem ‘harten’ Stoß: Wenn du später mit mehreren Bällen arbeitest, muss der Hund kräftig stoßen, um den hinteren Ball durch die Bälle vor ihm zu bekommen. Versuche, den Ball auf eine Abwaschschüssel zu legen: Traut sich der Hund, den Ball davon wegzuschieben? Oder klemme einen Ball mit einigen kleinen Spielfiguren ein. Kann der Hund so stark drücken, dass er den Ball über das Pfand in Richtung des Hundeführers schiebt?

- Neu: Führe die Arbeit mit drei Bällen ein. Lege drei Bälle in Dreiecksform und schaue, ob der Hund ‘raus’ hinter den hinteren Ball kann. Klappt das gut? Dann lass den Azubi sich umdrehen und schau, ob der Hund sich mitdreht, um wieder auf zwölf zu kommen. Beispiel: Wenn der Azubi auf Position 1 ist, kann er den Hund hinter den weißen Ball ‘out’ schicken. Wenn er sich dann auf Position 2 weiterdreht, kann er den Hund hinter den rosa Ball schicken, und dann von Position 3 hinter den blauen Ball.

- Neu: Führe die Arbeit am Kreis ein. Stelle acht Spielfiguren in Form eines Kreises auf und lass den Auszubildenden in der Mitte des Kreises sitzen. Kann er Armgesten in Kombination mit ‘links raus’ oder ‘rechts raus’ einsetzen, um den Hund hinter den Spielfiguren zu lenken? Lass den Azubi anfangs neben den Bauern herlaufen und/oder dich näher an die Bauern setzen, um den Hund in Bewegung zu bringen und von Bauer zu Bauer ‘raus’. Er muss natürlich nicht die ganze Runde gehen.

Einen Kreis abstecken? Nimm einen Zelthering oder Grillspieß, an dem ein fünf Meter langes Stück Plastikband oder Schnur befestigt ist. Steche den Pflock in den Boden und gehe mit dem Band weiter, bis du das Ende der fünf Meter erreicht hast. Du stehst jetzt am Rand deines Kreises. Platziere also die Pfähle im Norden, Süden, Osten und Westen des Kreisrandes. Dazwischen platzierst du die restlichen vier Spielfiguren. Dein Kreis ist fertig!
(Nach)reden
- Bitte beachte, dass die Auszubildenden beim Schieben nicht zu lange rückwärts laufen, sondern irgendwann anhalten und stehen bleiben, damit der Hund den Ball gegen ihre Beine schieben kann und so seinen ‘Endpunkt’ hat.
- Die Größe und Beschaffenheit der Belohnung ist wichtig, besonders wenn du das Futter hinter den Hund wirfst: Um den Schwung aufrechtzuerhalten, muss der Hund das Leckerli gut sehen und finden können und nicht nach kleinen Stücken und Krümeln suchen müssen.
Zeit übrig?
Dann könntest du deine Schüler statt der Hunde einige (Gleichgewichts-)Übungen mit dem Ball machen lassen. Vielleicht war es für sie noch ein gut gehütetes Geheimnis, aber du kannst dich zum Beispiel sehr schön auf den Ball setzen –én und deinen Mitschülern dabei zuschauen, was übrigens sehr lehrreich ist. Wenn alles gut geht, ist dein Azubi-Club inzwischen so vertraut miteinander, dass sie es gar nicht mehr so verrückt oder beängstigend finden werden, selbst etwas mit dem Ball auszuprobieren. Lass sie sich zum Beispiel auf den Ball setzen und dann ééeinen und dann zwei Füße vom Boden aufheben. Uff, das kann ganz schön viel Muskelkraft erfordern, um dabei das Gleichgewicht zu halten!
Lektion 7
Zum Arbeiten
- Du wirst feststellen, dass deine Schüler zunehmend in der Lage sind, selbstständig mit einem Ball zu arbeiten: Anstatt immer één von één etwas unter deiner Anleitung zu tun, werden sie zunehmend selbstständig mit ‘raus’, ‘schieben’, ‘vorwärts’, ‘links’ und ‘rechts’ arbeiten, wobei du über das Feld gehst und jeden besuchst, um zu sehen, wie es läuft und um Anleitung, Tipps und Ratschläge zu geben. Du kannst Spielfiguren, Stangen, Stoßbahnen und Bälle in Formation aufstellen, um einen Parcours aufzubauen, an dem alle arbeiten können, indem sie von Übung zu Übung rotieren.
- Imitiere eine Spielsituation auf Anfängerniveau: Baue ein drei Meter breites Tor aus zwei Spielfiguren, vor dem der Schüler stehen muss, und platziere fünf Meter vor dem Tor einen Ball, den der Hund apportieren soll:

- Setze verschiedene (und finde überraschende) Gegenstände ein, hinter die der Auszubildende den Hund ‘hinaus’ schicken kann.
- Weiter mit drei Bällen arbeiten:

Platziere die Bälle in einer Dreiecksform, die beiden vorderen so weit auseinander, dass der Hund, nachdem er ‘out’ geschickt’ wurde, den dritten hinteren Ball ohne zu viel Kraft durchschieben kann.
Läuft das gut? Dann platziere die Bälle etwas näher und näher zusammen.

Lasse den Hund ‘raus’ nach drei Bällen gehen, die direkt hintereinander liegen. Mutige Hunde dürfen schieben!

Platziere drei Bälle in einer Reihe nebeneinander und schicke den Hund von links nach rechts hinter sie. Wiederhole dabei nicht endlos ‘links raus’ und ‘rechts raus’ (denke daran, gute Handsignale (‘halt, Polizei!’ und Armsignale (Arm nach links oder rechts ausgestreckt) zu verwenden, sondern erlaube dem Hund auch, den Ball gelegentlich zu schieben. Das Herablassen des erhobenen Arms dient zusätzlich zum Stimmkommando als zusätzliches Drücksignal für den Hund: Arm und Hand hoch = Warte und Sitz und Arm und Hand runter = Drück ist besonders nützlich, wenn du auf größere Entfernungen arbeitest und der Hund dich vielleicht nicht immer richtig hören kann!
Der Groschen fällt
Im Laufe der Lektionen wirst du immer mehr Schüler ausrufen hören, dass ihr Hund den Groschen gefallen hat. Oft ist der Wendepunkt irgendwo in der Mitte des Kurses. Die ersten Stunden werden oft als etwas ‘langweilig’ empfunden, aber sobald der Hund die Bedeutung von ‘raus’ und ‘schieben’ versteht und Kursteilnehmer und Hund immer geschickter zusammenarbeiten, kommen alle auf den Geschmack. Du wirst auch bemerken, dass die Kursteilnehmer, oft unbemerkt von ihnen, mehr und mehr abseits der Leine und in größerem Abstand zu ihrem Hund arbeiten.
Eine Frage der Aufmerksamkeit und des Vertrauens zueinander!
Lektion 8
Zu arbeiten
- Baue auf dem Spielfeld eine Reihe von Übungen auf, die die Schüler selbstständig durchführen sollen. Wiederhole vor allem das, was deiner Meinung nach noch bearbeitet werden muss.
- Baue einen Parcours mit zwei, drei oder mehr Toren mit Spielfiguren oder Halbkugeln, den die Auszubildenden nacheinander absolvieren können. Setzt der Azubi seine Stimme und seinen Körper gut ein, um den Hund zu lenken? Kann der Hund schon ein wenig selbst lenken?

Kursteilnehmer und Hund starten an Tor 1. Der Chef geht rückwärts in Richtung Tor 2, der Hund schiebt. Auf dem Weg dorthin muss der Kursteilnehmer eine Drehung machen und den Hund dazu bringen, eine Vierteldrehung hinter dem Ball zu machen, um das Tor 2 richtig zu erreichen. Idem zwischen den Toren 2 und 3: Auf halber Strecke anhalten, den Hund in eine gute ‘out’ Position bringen und dann weiter zum Ziel!
Lesson 9
Zur Arbeit
- Baue einen Kreis auf dem Spielfeld auf, dieses Mal nicht nur mit Bauern, sondern auch mit Bällen. Verwende vier Spielfiguren und vier Bälle. Lass die Schülerin oder den Schüler in der Mitte des Kreises stehen und gib je nachdem, was die Kombination hergibt, verschiedene Aufgaben:

Kann der Auszubildende zum Beispiel den Hund von hinter dem schwarzen Ball zum roten Ball ‘hinaus’ schicken? Und den Hund vom roten Ball ganz herum/durch zum blauen Ball schicken? Oder kann er den Hund von Bauer zu Bauer schicken, vorbei an den Bällen? Oder kann er den Hund vom schwarzen Ball zum grünen Ball schicken und ihn den grünen Ball mit ‘push’ hereinholen lassen.
In fortgeschrittenen Gruppen kannst du den Kreis größer machen und mehrere Hundeführer mit Hunden, wenn sie sich gut kennen, im Kreis arbeiten lassen: Jeder schickt dann seine Hunde gleichzeitig hinter einen Ball (vereinbare vorher, welcher Hund welchen Ball hereinholen soll) und lässt sie den Ball gleichzeitig hereinholen.

Time-Tipp
Fällt dir auf, dass deine Auszubildenden Schwierigkeiten haben, die richtige ‘out’Position mit ihrer Stimme zu timen oder das ‘push’ richtig zu belohnen? Gib ihnen einen Tennisball und lass ihn ein paar Mal auf und ab hüpfen, während du sie anweist, genau dann ‘gut’ (oder ein anderes Belohnungswort) zu sagen, wenn der Ball den Boden berührt.
- Variante zur Vorwärtssteuerung: Lege auf dem Spielfeld ein großes Dreieck mit Vorwärtssteuerungspfosten aus, die du mit Spielfiguren markierst. Kann der/die Auszubildende, wenn er/sie will, mit Verfolgen oder Einholen und mit guten Armsignalen seinen/ihren Hund von Pfosten/Pfahl zu Pfosten/Pfahl lenken? Vergrößere die Entfernungen, die du bearbeitest, wenn die Kombination damit zurechtkommt. Du kannst anfangen, die Stangen/Pfosten durch Bälle zu ersetzen.
![src=]()
- Gut für Konzentration und Kooperation: Überschlag. Bringe dem Auszubildenden und dem Hund bei, den Ball abwechselnd zueinander zu rollen, mit dem Ziel, dass beide an ihrem Platz bleiben:
Lesson 10
Zur Arbeit
- Baue einen schwierigeren/anspruchsvolleren Parcours, indem du Bauern oder Halbkugeln als Tore einsetzt. So kannst du zum Beispiel sehen, ob der Hund den Ball durch engere Tore, einen Tunnel oder sogar einen Reifen schieben will. Das erfordert Steuerungsfähigkeiten!

- Variiere und überrasche. Verwende zum Beispiel sehr große oder nur sehr kleine Bälle, mit denen du arbeiten kannst. Kann der Hund schon ganz vernünftig ‘raus’? Dann rolle den Ball vorsichtig weg und bringe dem Hund bei, sich hinter den rollenden Ball zu setzen. Kann der Hund schon ‘schieben’; mehrere Male hintereinander? Dann ändere deine Position in Bezug auf den Hund und schaue, ob er schon ‘lenken’ kann, um dich zu finden und den Ball zu dir zu bringen.
- Vielleicht ist eine Kombination am Ende des Anfängerkurses schon bereit für mehr? Lass einen bereits fortgeschrittenen Schüler mal einen Vorgeschmack auf den großen Stoff bekommen und schicke seinen Hund ‘hinaus’, um sechs Bälle zu jagen, die in einer Dreiecksform abgelegt sind. Ist das gar nicht so schlecht, oder vielleicht ein bisschen enttäuschend?
- Wenn die Gruppe damit umgehen kann, versuche zusammenzuarbeiten: Stelle alle Auszubildenden mit ihren Hunden in einer Reihe auf, wobei jedem Auszubildenden ein Ball in fünf Metern (oder mehr) Entfernung gegenüberliegt. Lass die Auszubildenden ihre Hunde auf dein Kommando hin gemeinsam losschicken und lass die Hunde den Ball dann alle gleichzeitig holen. Oder lass sie stattdessen één nach één den Hund rausschicken und één nach één wieder reinbringen. Auch möglich: Die ganze Gruppe in één schickt ihren Hund zum ‘Nachbarball’ auf der rechten Seite, oder nur zum ‘Nachbarball’ auf der linken Seite. Alle Hunde rutschen dann durch één mal één Ball. Lege auf jeder Seite der Ballreihe einen zusätzlichen Ball bereit, damit die Hunde an der Außenseite nicht leer ausgehen.

Dies ist ein sehr grobes Bild.
Dies ist eine sehr grobe Skizze nach ‘meiner’ Art des Unterrichts. Natürlich kannst du eine Menge Dinge ändern und manchmal wirst du viel schneller und manchmal viel langsamer vorgehen. Du kannst Übungen vorziehen oder zurückschieben. Hast du Kommentare, Tipps, Ratschläge oder Ideen? Zögere nicht, sie zu mailen! Du erreichst mich unter jlissenberg@hotmail.com
Erste Hilfe beim Treibball
www.treibball.nl, u.a. mit allen Infos zu Regeln und Wettkämpfen.
www.treibballfilmpjes.blogspot.com, große Sammlung von Videos mit vielen Unterrichtsbeispielen und Trainingstipps, ideal zum Lernen und als Inspiration.
© Judith Lissenberg, Juni 2011
Willst du den Unterrichtsplan ausdrucken klick hier